Start » Allgemein » „Ich bin ein Berliner!“

„Ich bin ein Berliner!“

P1070816Tja, wie mag der Einzelne zu dieser Aussage stehen? Zustimmung? Ablehnung? Die 63 Zehntklässler der Heinrich-Roth-Gesamtschule Bodenfelde (IGS) hatten sich drei Tage Zeit genommen, um sich dieser Frage zu stellen. Vom 28.-30. April 2014 nutzten sie die Gelegenheit, ihre Hauptstadt kennen zu lernen und zu „erwandern“. Jahrgangsleiter Thomas Geise hatte ein buntes Programm zusammengestellt und zeitlich stramm geplant. So besuchten die Schüler u. a. die Gedenkstätte Hohenschönhausen, das Konzentrationslager Sachsenhausen und das Deutsche Historische Museum (DHM). Beim Besuch des Museums stand insbesondere die jüngere deutsche Geschichte ab 1945 bis zur Gegenwart im Vordergrund. Über das Lob des Referenten: „Selten erlebe ich zehnte Klassen, die so gut informiert sind und vor allem auch die Nachkriegsgeschichte kennen.“ freuten sich Schulleiter Michael Jaritz und Sven Lenck, Fachbereichsleiter für Gesellschaftslehre, besonders. Im Vorfeld dieser Reise hatten sie zusammen mit Fachlehrerin Susanne Püngel die Zehntklässler begleitend diese Unterrichtsthematik selbstständig erarbeiten und referieren lassen. Sichtlich erfolgreich.

Beim abendlichen Besuch des Bundestages im alten Reichstagsgebäude fragten einige Schüler dann schon, ob sie denn nicht bereits genug Kultur erlebt hätten. Der Ausblick von der Reichstagskuppel über den roten Abendhimmel Berlins versöhnte dann jedoch mit den „Qualen“ des Aufstiegs. Unzählige Fotos und Selfies der Schüler sowie die Filmsequenzen von Klassenlehrer Reinhard Papesch gelten wohl als Beweis. Und obgleich der Zeitplan es kaum zuließ, gab es auch knapp bemessene, wertvolle Freizeit. Die Zehntklässler, nach ihrer Londonfahrt im vergangenen September bereits „großstadterfahren“, flanierten über den Kurfürstendamm, den Bahnhof Zoo, durchs Brandenburger Tor, entlang der Prachtstraße Unter den Linden und über den Alexanderplatz. Selbst auf den Fernsehturm schafften es einige Schüler und genossen den Ausblick auf die durchaus begrünte Hauptstadt.

Wie nun jeder einzelne Schüler zu dem berühmten Ausspruch des US-Präsidenten John F. Kennedy „Ich bin ein Berliner.“ am 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg in Westberlin steht, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall hat es den meisten sehr gefallen. Insbesondere das von der Staatssicherheit genutzte Gefängnis in Hohenschönhausen beeindruckte viele Schüler. So bemerkte u. a. Lena Freybott (10c): „Mich haben die engen Zellen erschüttert, in denen die Häftlinge oft jahrelang einsam, frierend und hungrig leben mussten.“ Und Sina Lindemann (10b) ergänzte: „Ich empfand die Berlinreise einfach voller Erlebnisse. Es ist so spannend, wenn man das eigene kleine Dorf verlässt und den Trubel einer Großstadt erlebt.“ Da scheint festzustehen, dass der Satz gilt: „Ich BIN ein Berliner.“