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„Die letzte Sekunde deines Lebens“ – Die Polizei klärt auf

image002“Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, Mama, warum bin ich diejenige, die sterben muss?“ Dieser bewegende Hilferuf aus dem aufrüttelnden Film „Tod einer Unschuldigen“, überwältigte die Zehntklässler an der Heinrich-Roth-Gesamtschule Bodenfelde (IGS).Polizeihauptkommissar Dieter Armbrecht vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Northeim/Osterode hatte den richtigen Ton im Gespräch mit den Jugendlichen getroffen. Im Rahmen eines Unterrichtsprojektes zur Unfallverhütung diskutierte er am Vormittag des 27. Februar 2014 mit den Bodenfelder Schülern über die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Dabei klärte er die Jugendlichen mit Hilfe von Musik, Film, Zeugenberichten und aktuellen Bezügen insbesondere über die Folgen einer Fahrt unter Drogen auf und zeigte, wie schnell „die letzte Sekunde des Lebens“ erreicht sein kann.

Mit klaren und eindringlichen Worten beantwortete PHK Armbrecht nicht nur die vielfältigsten Fragen, sondern verdeutlichte konsequent die verheerenden Folgen von Imponiergehabe, Selbstüberschätzung und Gruppenzwang im Umgang mit Kraftfahrzeugen. Der Polizeihauptkommissar erläuterte, dass gerade junge Erwachsene einen großen Anteil an schweren Verkehrsunfällen verursachen und ca. 25 % der dabei alkoholisierten Beteiligten zwischen 18 und 25 Jahre alt sind.

“Endlich 18 – Niemals 19. Brutal ehrlich.“ Fast schon beklemmend eindrucksvoll vermittelten Berichte aktueller Unfälle, wie schnell junges Leben ausgelöscht wird. Oft sind es nur Minuten nach Abfahrt von der Party und schon sind drei Jugendliche gestorben und ein vierter schwer verletzt. Deshalb mahnte Armbrecht eindringlich: „Die beste Droge ist ein klarer Kopf. Just say ‚NO’.“ Denn es gilt: „Die Vernunft spricht leise und wird leider oft überhört.“

Außergewöhnlich verlief die „Wunschzettelaktion“. Die Zehntklässler schrieben ihre Träume und Wünsche auf kleine Zettel, die sie dann auf einen großen Luftballon klebten. Gesundheit, Jobs, Glück, Geld und Familie standen ganz obenan. Dann, mit einem betäubenden Knall zerplatzte der Ballon. „Nur ein paar Sekunden nicht aufgepasst, nur ein wenig Alkohol oder Drogen konsumiert, und schon sind eure Wünsche Geschichte“, warnte Armbrecht, „Denkt immer daran, euer Leben ist ein wertvolles Geschenk, das ihr hüten müsst.“

Ebenso bemerkenswert erwies sich der „Geschicklichkeitstest“. Jeweils zwei Schüler erlebten ihren „Drogen- und Alkoholrausch“, indem sie sich entsprechende Brillen aufsetzten. Ganz schnell stellten sie fest, wie schwer es ihnen – derart „betäubt“ – fällt, einander zu begrüßen, Gegenstände aufzuheben und geradeaus zu schreiten.

Unterstützt wurde PHK Armbrecht von Jürgen Schwarz von der Ortsverkehrswacht Osterode-Bad Grund. Er demonstrierte an einem mitgebrachten Unfallauto einprägsam die verheerenden Auswirkungen eines Verkehrsunfalls.

Die Klassenlehrer zeigten sich neben Jahrgangsleiter Thomas Geise und Schulleiter Michael Jaritz beeindruckt von der Präsentation. Sie dankten Polizeihauptkommissar Dieter Armbrecht und Jürgen Schwarz für ihren äußerst engagierten und überzeugenden Einsatz.

Vielleicht wurde dadurch bei den Schülern im Rahmen der durchgängigen Verkehrserziehung an der IGS Bodenfelde ja der „richtige Stolz“ geweckt, wie im „Tod einer Unschuldigen“: „Ich fühlte mich ganz stolz. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mama, auch wenn die anderen sich mokierten.“

Den am Unterrichtsprojekt interessierten Schulen gibt PHK Dieter Armbrecht, Polizeiinspektion Northeim/Osterode gerne weiterführende Auskünfte (Telefon 05551-7005-409, E-Mail: dieter.armbrecht@polizei.niedersachsen.de).