Bus-Scouts an der Heinrich-Roth-Gesamtschule – ein Trainer berichtet…

Blaue Flecke durch Gedrängel beim Einsteigen – Sitzplätze werden blockiert – Mitschüler werden tyrannisiert und am Aussteigen gehindert… Beinahe alltägliche Situationen an Bushaltestellen und Bussen – in ganz Deutschland!

 

Nun gibt es 27 Schüler der 8. und 9. Klassen an unserer Schule, die das nervt und dagegen etwas tun wollen. Sie wurden in einer mehrwöchigen Ausbildung durch Trainer der Polizeiinspektion Northeim/Osterode und das Verkehrsunternehmen Regiobus Uhlendorff in Oberweser zu Bus-Scouts ausgebildet. Als Bus-Scouts versuchen sie, auf ihrem Schulweg im Bus für ein besseres “Klima” zu sorgen, damit alle stressfrei zur Schule und wieder nach Hause kommen. Für diese Aufgabe haben sie gelernt, brenzlige Situationen zu erkennen und richtig einzuschätzen. Auch wie Körpersprache zum eigenen Vorteil eingesetzt werden kann und man vor anderen Mitschülern selbstbewusst auftritt. Dabei ist aber besonders wichtig, jeglicher Art von Gewalt und gefährlichen Situationen schon im Vorfeld aus dem Weg zu gehen. Bus-Scouts sollen helfen, sich aber keinesfalls selbst in Gefahr bringen oder gar andere provozieren.

 

Ich habe die Jugendlichen als Trainer und somit als Vertreter des Verkehrsunternehmens von Anfang bis Ende der Ausbildung begleitet. Für mich war es mein erster Einsatz als Bus-Scout-Trainer und somit auch eine neue, spannende Erfahrung. Es hat mir und meinen polizeilichen Trainerkollegen Dirk und Thomas sehr viel Spaß gemacht. Die Gruppe war mit viel Begeisterung und Einsatz bei der Sache. Obwohl wir den Schülern einiges an neuem Wissen vermittelt haben, war die Atmosphäre immer locker und entspannt. Besonders bei den Trainings im Linienbus, insbesondere bei den Rollenspielen, die die zukünftigen Bus-Scouts immer wieder in realistische Situationen versetzten, in denen sie Konflikte kreativ lösen mussten, wurde viel gelacht. Besonders bewegt war ich im letzten Bustraining, bei dem ich spürte, wie sehr sich das Selbstbewusstsein und das Engagement der Bus-Scouts im Laufe der Ausbildung entwickelt haben. Somit bin ich sicher, vor der Ausbildung nicht zuviel versprochen zu haben, als ich unterstellte, dass jeder Bus-Scout den Lohn dieser ehrenamtlichen Tätigkeit vor allem aus der Entwicklung der Persönlichkeit zieht. Selbstbewusst auftreten, Mitschüler in brenzligen Situationen ansprechen können, wo andere lieber weg gucken und seine eigene Meinung vermitteln, das sind Fähigkeiten, die ihr Bus-Scouts nun echt drauf habt. Respekt!

 

Ich möchte mich bei euch allen bedanken und wünsche euch viel Erfolg als Bus-Scout. Wenn ihr Hilfe oder Rat braucht, könnt ihr euch jederzeit an mich wenden. Außerdem möchte ich mich für die tolle Unterstützung seitens der Schule bedanken. Das war vorbildlich und ist leider nicht bei allen beteiligten Schulen selbstverständlich. Ich hoffe, es ist niemand gekränkt, wenn ich mich bei Susanne Roth besonders bedanke. Sie hat uns als direkter Ansprechpartner unermüdlich und engagiert zur Seite gestanden. Einfach super!

 

Aber es geht natürlich weiter, wir sind erst am Anfang! Seit Beginn des Projektes im September 2007 wurden und werden an 38 Schulen der Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode Bus-Scouts ausgebildet. Bis zum Schuljahresende werden es knapp 500 sein. Aber wir brauchen viel mehr! Daher werden wir in jedem Schuljahr in der 8. Jahrgangsstufe Bus-Scouts an eurer Schule ausbilden. Ich freue mich schon auf die nächste Gruppe!

 

Euer

Torsten Uhlendorff

Begeisterter Bus-Scout-Trainer und

Geschäftsführer Regiobus Uhlendorff

 

 

Weitere Infos zum Bus-Scout-Projekt im Internet – Klicken Sie hier!

 

Und hier einige Fotos der Ausbildung im Frühjahr 2008: