Ganz unter dem Stern einer Erkundungstour regionaler Sehenswürdigkeiten stand der Ausflug des neunten Jahrgangs am 07.05. 2018. Die Schülerinnen und Schüler besuchten mit ihren Klassenlehrern einerseits das Deutsche Hugenottenmuseum in Bad Karlshafen, andererseits die Designfirma TECTA in Lauenförde, deren Besuch Kunstlehrer Tilman Elgnowski unter anderem aufgrund der derzeitigen Unterrichtsthematik „Design“ organisiert hatte und mitbetreute.

Zeitversetzt besuchten die drei Klassen des Jahrgangs das Deutsche Hugenottenmuseum und konnten ihre Kenntnisse zum französischen Absolutismus auffrischen und vertiefen. Das absolutistische Frankreich war ein streng katholischer Staat, der keinerlei Abweichungen duldete. Die Anhänger des Reformators Johannes Calvin bekannten sich zum Protestantismus, wurden in dieser Folge als Minderheit stark benachteiligt und ab 1685 sogar gewaltsam verfolgt. Die Flucht dieser französischen Hugenotten in protestantische Gebiete Europas endete für ca. 44.000 in Deutschland und führte in unserer Region unter anderem zur Gründung der so genannten Waldensersiedlungen Gewissenruh und Gottstreu, die Landgraf Carl von Hessen-Kassel den Hugenotten im Jahr 1722 zur Verfügung stellte.

Genaue Hintergründe zum Alltagsleben und Glauben sowie zu Ursachen, Verlauf und Folgen ihrer Flucht referierte Frau Böhm vom Deutschen Hugenottenmuseum gleich drei Male an diesem Tag. Sie unternahm mit jeder der drei Klassen einen äußerst interessanten Streifzug durch die verschiedenen Abteilungen des Museums, band die Schülerinnen und Schüler immer wieder in ihre Ausführungen ein und beantwortete Fragen geduldig.

Nach Besuch des Deutschen Hugenottenmuseums wanderte die 9b zur Krukenburg, die auf einer Anhöhe oberhalb von Helmarshausen gelegen ist. Bei herrlichem Sonnenwetter erkundeten die Schülerinnen und Schüler die historische Burgstätte.

Der Besuch der Designfirma TECTA, die neben einer Designermöbelproduktion auch einen Ausstellungsraum mit unterschiedlichsten Stuhlmodellen darzubieten hat, wurde durch Herrn Elgnowski organisiert und durch die Eheleute Eckebrecht geleitet: Frau Eckebrecht führte die Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Klasse durch den Ausstellungsraum und erläuterte sehr anschaulich unter anderem Entstehungsprozesse einzelner Exponate oder auch die Geschichte, die einige Stücke „erzählen“. Unter der Anleitung von Herrn Eckebrecht fertigten die Schülerinnen und Schüler kleine Stuhlmodelle nach dem Prinzip des „Kragstuhls“ an und verzierten diese mit Stoffen. Über die sehr gelungene Führung hinaus faszinierten uns vor allem die idyllische Lage und die etwas abgefahrene Architektur der TECTA-Gebäude: Inmitten der Natur sind unter anderem zwei Ausstellungsräume mit verglasten Außenwänden durch die Architekten Alison und Peter Smithson entstanden.

Ein Ausflug in die Region soll spannend sein? – Ist er! Darin waren sich Schüler und Lehrer ausnahmsweise mal einig.