Was tun bei Kopfläusen?

Die meisten Menschen ekeln sich vor Läusen. Dabei hat Kopflaus-Befall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Läusen ist es völlig egal, wie oft sich ihre Opfer waschen. Sie legen ihre Eier wahllos in alle Haarschöpfe, die sie erreichen können. Läuse verbreiten sich von Haar zu Haar. Auch wenn sie weder springen noch fliegen können, sind sie doch relativ schnelle Krabbler. Kurz die Köpfe zusammenstecken oder sich umarmen reicht bereits aus, um sich die Tierchen einzufangen.

Am häufigsten sind acht- bis zwölfjährige Kinder betroffen. Auch Erzieher, Lehrer und Eltern können sich anstecken. Grundsätzlich scheinen Erwachsene aber nur selten von den blutsaugenden Insekten heimgesucht zu werden.

Was müssen Eltern und Erziehungsberechtigte beachten?

  1. Haben Sie bei Ihrem Kind Läuse festgestellt, so melden Sie den Läusebefall bitte umgehend in der Schule.
  2. Untersuchen Sie alle Kinder und Familienmitglieder, die sich angesteckt haben könnten, auf Läuse. Nicht immer machen sich die Blutsauger sofort durch Jucken bemerkbar. Gerade Kinder, die zum ersten Mal betroffen sind, spüren die Reaktion auf die Bisse erst nach ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit werden die meisten Läuse übertragen.

Um Läuse aufzuspüren, wäscht man die Haare zunächst am besten ganz normal mit Shampoo und verwendet dann eine Pflegespülung. Darin können sich die Läuse nicht mehr bewegen. Mit einem feinen Kamm kämmt man Strähne für Strähne und streicht den Kamm auf einem Tuch aus – dort landen im Fall des Falles dann auch die Läuse.

  1. Behandeln Sie den Befall mit einem zugelassenen Mittel aus der Apotheke und kämmen Sie mit einem Läusekamm aus. Wenn man sich dabei streng an die Vorgaben der Gebrauchsanweisung hält, werden in der Regel schon bei der ersten Anwendung alle Läuse auf dem Kopf getötet.
  2. Die Kinder können daher am nächsten Tag wieder in die Schule gehen. Bestätigen Sie schriftlich, dass Sie eine Behandlung durchgeführt haben.
    Eine ärztliche Bescheinigung muss nicht vorgelegt werden!

Allerdings überleben die Läuseeier, die in den Haaren festkleben, die erste Prozedur. Deswegen ist es zwingend erforderlich, die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen, wenn die Larven geschlüpft sind. Zusätzlich sollten die Haare viermal – jeweils im Abstand von vier Tagen – nass mit Pflegespülung und einem Läusekamm gekämmt werden. Das verbessert den Behandlungserfolg, denn durch das Kämmen werden überlebende Läuse und frisch geschlüpfte Larven beseitigt.

Weitere Hygienemaßnahmen, zum Beispiel aufwendiges Putzen oder gar Desinfizieren, die häufig auf die Entdeckung von Läusen folgen, halten Experten für unnötig. Läuse können maximal 55 Stunden außerhalb des Wirtes überleben. Eine Übertragung über die Luft ist nicht möglich und eine Übertragung über Bettwäsche, Kuscheltiere oder Kleidung ist unwahrscheinlich.

Grundsätzlich gibt es keinen Grund für Hysterie. Denn die kleinen Krabbler sind zwar lästig, aber nicht gesundheitsgefährdend.

Weitere Informationen finden Sie u.a. auf den Internetseiten des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.