40J_002Die Heinrich-Roth-Gesamtschule Bodenfelde hatte am Samstag, den 26. Juli 2014, zu ihrer 40-Jahr-Jubiläumsfeier geladen und alle sind gekommen. In seiner Eröffnungsrede konnte der Schulleiter Michael Jaritz nicht nur die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, die Dezernentin der Landesschulbehörde Christa Markert und den stellvertretenden Landrat Jens Hampe begrüßen, sondern auch die Bürgermeister aus Bodenfelde, Hartmut Koch, und Wahlsburg, Jörg-Otto Quentin, den ehemaligen stellvertretenden Schulleiter und Ehrenbürgermeister Hans Ulrich Fischer sowie zahlreiche Vertreter benachbarter Schulen und ortsansässiger Unternehmen, die die Feierlichkeiten großzügig gesponsert hatten. Ein besonderer Willkommensgruß ging an die anwesenden ehemaligen Schüler und Kollegen sowie alle derzeitigen IGSler und deren Eltern.

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Gruppenbild v.l. Christa Markert, Michael Jaritz, Jens Hampe, Hans-Ulrich Fischer, Jörg-Otto Quentin, Frauke Heiligenstadt, Hartmut Koch

Die Integrierte Gesamtschule Bodenfelde entstand 1974 als ein Schulversuch aus der damaligen Haupt- und Realschule. Sie wurde durch einen Staatsvertrag der Länder Hessen und Niedersachsen möglich. Dieser regelt, dass die Bodenfelder Grundschüler in Lippoldsberg zur Schule gehen. Im Gegenzug wurde die IGS Bodenfelde zur Regel-Sekundarstufe I für die Schüler aus Wahlsburg und Teilen Oberwesers. Aus diesem Versuch wurde die IGS sehr schnell zu einer festen und immer beliebter werdenden schulischen Institution an der Weser. Als bis derzeit immer noch einzige IGS im Landkreis Northeim weitete sich das Einzugsgebiet schnell über die Grenzen Bodenfeldes und Uslars hinaus aus und Schüler aus weiten Teilen des Landkreises machten und machen sich morgens auf den Weg nach Bodenfelde. Nicht nur die Kultusministerin führte diesen großartigen 40-jährigen Erfolgskurs auf die immer weiter steigende Akzeptanz der Schulform IGS und insbesondere auf die hervorragende Arbeit der Pädagogen in Bodenfelde zurück, die aufgrund der Randlage im Süd-Solling im Vergleich zu den vielen städtischen Gesamtschulen ein völlig neues IGS-Konzept entwickeln mussten. So bedeutet z.B. die nicht vorhandene Oberstufe eine deutlich stärkere Konkurrenz mit den Schulen in Uslar. Der Schulleiter wies auf diesen Umstand explizit hin und bat die Kultusministerin den neuen IGS-Erlass nochmals zu überdenken, da z.B. die dort vorgesehene zwangsweise Einführung von Lernentwicklungsberichten statt Notenzeugnissen weder dem Wunsch der Eltern, der Schüler noch der Lehrkräfte der IGS Bodenfelde entspräche.

1987 beschließen Lehrkräfte, Schüler und Eltern, der IGS Bodenfelde einen Namen zu geben. Als Namenspatron wird der Göttinger Pädagogik Professor Heinrich Roth gewählt. Dieser beschäftigte sich unter anderem sehr intensiv mit den Fragen nach Begabung, Leistungsfähigkeit und Herkunft von Lernenden. Er kam zu dem Ergebnis, dass alle Kinder, unabhängig von ihrem familiären, sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund Begabungen haben, Leistungen erbringen können und daher individuell angemessen gefördert werden müssen. Da Professor Roth damit einen ganz wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Untermauerung der Ziele einer Integrierten Gesamtschule geleistet hat und auch noch quasi in der Nachbarschaft Bodenfeldes lehrte und forschte, wurde die IGS Bodenfelde mit Freude und Stolz auf den Namen Heinrich-Roth-Gesamtschule getauft. Eine detaillierte Chronik kann jeder Besucher der IGS nun im Treppenaufgang des Haupteingangs auf acht neu installierten Schautafeln nachlesen.

Das Motto des Tages „Wenn das kein Grund zum Feiern ist“ kam nach der etwa einstündigen Begrüßungszeremonie unter strahlend blauen Himmel voll zum Zuge. Die Schüler präsentierten in zahlreichen eigens gefertigten und sehr individuell dekorierten Ständen ihre Ergebnisse der Projektwoche, die natürlich unter dem Motto „40 Jahre IGS Bodenfelde“ stand. Im Außenbereich gab es zusätzlich Unterhaltung sportlicher Art und selbstverständlich hatten der Elternverein in der Cafeteria dank zahlreicher Kuchenspenden und Schüler mit einem Getränke- und einem Grillstand für das leibliche Wohl gesorgt. Ganz besonders freute die Schule, dass der Heimatverein 05 Vernawahlshausen das Schuljubiläum nicht als Konkurrenz zu einer eigenen Veranstaltung der Treckerfreunde Wahmbeck betrachtete, sondern ganz im Gegenteil mit zahlreichen Fahrzeugen und einem eigenen Projekt zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Auch eine Aktion der Freiwilligen Feuerwehr Bodenfelde fand großen Anklang. Abgerundet wurde das Programm von Tanzvorführungen und Musikbeiträgen einiger IGS-Gruppen.

Im Anschluss an die ersten Aufräumungsarbeiten am Samstagabend war ein erstes Fazit des Schulleiters Michael Jaritz schnell und eindeutig formuliert: „Die grandiose Arbeit des Vorbereitungsteams wurde mit einem wunderschönen Nachmittag belohnt. Dies gilt für die fantastische Präsentation der Schule, die sehr große Resonanz in Form von Besuchern und sogar das Wetter. Berücksichtigt man außerdem die Tatsache, dass mit über 80 Neuanmeldungen für den kommenden fünften Jahrgang bei im Vergleich nur 69 Abgängern des jetzigen zehnten Jahrgangs, die Zahl der IGS Schüler deutlich steigt, dann braucht Einem um die Zukunft der Heinrich-Roth-Gesamtschule nicht bange zu sein.“