Liebe Eltern, sehr geehrte Erziehungsberechtigte,

besondere Notsituationen erfordern kreative Maßnahmen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle einige Hinweise geben, wie wir als Schule gegenwärtig versuchen, unserem besonderen Auftrag in dieser Krisensituation gerecht zu werden.
Zunächst aber bedanke ich mich für die große Besonnenheit Ihrerseits. Ebenso bedanke ich mich für das Verständnis, welches in diesen Tagen bereits vielfach zurückgemeldet wurde.

Wie wir das bereits seit vielen Schuljahren tun, so werden wir nun verstärkt auf die Kommunikation über unseren Schulserver I-Serv setzen. Auf dieser Plattform verfügen alle unsere Schülerinnen und Schüler, alle Lehrkräfte, Elternvertreter und Mitarbeiter unserer Schule über einen persönlichen Benutzerzugang. I-Serv hat sich in den vergangenen Jahren gut bewährt, um neben dem Kontakt per Email auch spezielle Aufgaben an die Schüler weiterzugeben, oder Arbeitsergebnisse zu sammeln.

Die nun eingetretene zwangsweise komplette Verlagerung des Schulbetriebes in einen Online-Modus ändert für alle Beteiligten die Herangehensweise. Stehen im normalen Schulalltag der direkte Kontakt, das tägliche Miteinander und das direkte Gespräch im Mittelpunkt unserer Kommunikation, so sind nun plötzlich alle gefordert, diesen Kontakt hauptsächlich über den digitalen Weg aufrecht zu halten. Das setzt bei Schülern und Lehrer gleichermaßen ein Umdenken voraus. Schließlich liegt es nun plötzlich in der Verantwortung jedes Einzelnen, diesen Kontakt aktiv und vor allem auch regelmäßig zu suchen.

Damit ist zunächst zwar die technische Basis unserer aktuellen digitalen Kommunikationsstruktur beschrieben. Für Art und Umfang von möglichen Lernangeboten und Übungsaufgaben gibt es dennoch, wie im richtigen Schulleben auch, keine einheitlichen Maßstäbe. 

Liebe Eltern, in der aktuellen Ausnahmesituation möchte ich Sie bitten, umsichtig zu handeln und möglichst geduldig zu bleiben. Überfordern Sie Ihre Kinder nicht. Geben Sie Ihnen Zeit, sich auf diese schwierige Phase einzustellen. Lassen Sie vor allem zu, dass sich die Kinder an diesen, sicher manchmal sehr zähen und langen Tagen zunächst selbst eine Beschäftigung suchen können. Begleiten Sie Ihre Kinder behutsam, versuchen Sie, einen strukturierten Tagesablauf zu finden und regelmäßig das Gespräch zu suchen.

Sicher werden in den kommenden Tagen auch zunehmend Lehrer in unterschiedlichen Fächern und Kursen Übungsaufgaben in verschiedenster Art und Weise anbieten. Dabei gilt es für uns als Schule nicht zuletzt auch zu bedenken, dass die technische Ausstattung zu Hause in den Familien, die Internetanbindung, sowie die Wahrnehmung der eigenen häuslichen Verantwortung und nicht zuletzt die eigene Motivation bei den Kindern sehr unterschiedlich ist. Allgemein gilt aber, dass den Schülern die zuletzt behandelten Unterrichtsthemen bekannt sein sollten, so dass selbstverständlich mit den Schulbüchern und Arbeitsheften diese Themen eigenständig wiederholt und geübt werden können.

Es ist derzeit schwierig, Art und Umfang der digitalen Aufgaben über alle Jahrgänge und Unterrichtsfächer hinaus abzustimmen. So ist es durchaus möglich, dass mancher Schüler mehr, mancher weniger, oder bisher auch noch keine Aufgaben auf I-Serv findet. Die Rückmeldungen der ersten Tage zeigen, dass einige sehr gewissenhaft, ja sogar begierig ihre Aufgaben bearbeiten. Bekanntermaßen suchen andere dagegen weniger diesen Weg. 

Besonders unsere Schülerinnen und Schüler, welche sich gegenwärtig eigentlich in der intensiven Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfungen befinden sollten, stehen nun vor vielen Fragen, wie dieses in den nächsten Wochen und Monaten zu bewältigen sein wird. Ich möchte Ihnen auf diesem Wege versichern, dass wir als Schule alles tun werden, um einen regulären und bestmöglichen Schulabschluss zu ermöglichen. Alle aktuellen Hinweise und Informationen werden wir im Lehrerkollegium beraten und umsetzen. Ebenso werden wir diese Entscheidungen an die Schülerinnen und Schüler und an Sie als Eltern weitergeben.

In der langen Unterrichtsphase nach den Weihnachtsferien hatten sich die Kinder, ebenso natürlich auch die Lehrerinnen und Lehrer auf die Osterferien gefreut. Auch wenn es unter den aktuellen Umständen schwer fällt, diese genießen zu können. Wir sollten dennoch gemeinsam die Zeit nutzen, um uns zu erholen und Kraft zu schöpfen. Dabei hoffe ich auf das Verständnis aller Beteiligten und danke allen nochmals ganz herzlich.

Ich verbleibe mit den besten Wünschen, die aktuelle Krisensituation gesund zu überstehen.

Andreas Heinrich, Schulleiter